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Bokashi Eimer
Ein Bokashi Eimer macht es möglich, viele Küchenreste direkt zu Hause zu sammeln und durch Fermentation weiterzuverarbeiten. Gemüseschalen, Kaffeesatz und andere geeignete Speisereste müssen dadurch nicht automatisch in der Biotonne landen. Statt auf die klassische Verrottung eines Komposthaufens setzt das Verfahren auf einen weitgehend luftgeschlossenen Behälter und mikrobielle Kulturen.
Das ist vor allem interessant, wenn du regelmäßig frisch kochst, einen Garten oder ein Hochbeet hast und organische Küchenreste wieder in den natürlichen Kreislauf zurückführen möchtest. Auch für Haushalte ohne klassischen Kompostplatz kann das Verfahren eine praktische Möglichkeit sein – vorausgesetzt, für das fermentierte Material steht später Erde zur Verfügung.
Bei Biosa Vitalkonzepte findest du dafür unterschiedliche Lösungen: kompakte Einzelbehälter, Doppelsets für die regelmäßige Nutzung, größere Essenz-Systeme sowie die passende Kleie. So kannst du das System danach auswählen, wie viele Küchenreste bei dir tatsächlich anfallen und wie kontinuierlich du fermentieren möchtest.
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Bokashi Davli Behälter für Küchenabfälle
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Was ist Bokashi – und was passiert eigentlich im Eimer?
Auf den ersten Blick erinnert das Ganze an einen kleinen Küchenkomposter. Der entscheidende Unterschied steckt jedoch im Inneren. Die Küchenreste sollen nicht unter Sauerstoffeinfluss langsam verrotten, sondern unter weitgehendem Luftabschluss fermentieren.
Fermentation statt Verrottung beschreibt das Prinzip daher genauer als der häufig verwendete Ausdruck „Kompostieren im Eimer“.
Mikrobielle Kulturen unterstützen dabei den Fermentationsprozess. Bei der Biosa-Anwendung wird dafür Kleie eingesetzt. Sie wird regelmäßig zu den eingefüllten Küchenresten gegeben. Anschließend wird das Material zusammengedrückt und der Behälter wieder möglichst dicht geschlossen. Auch unabhängige Anleitungen beschreiben genau dieses Zusammenspiel aus zerkleinerten Küchenresten, Mikroorganismen, Verdichten und Luftabschluss.
Warum sieht der Inhalt später noch nach Küchenresten aus?
Das sorgt beim ersten Versuch häufig für Verwunderung.
Du öffnest den Behälter nach der Reifephase und erkennst noch Möhrenschalen, Gemüsestücke oder andere Speisereste. Das bedeutet nicht automatisch, dass etwas schiefgelaufen ist.
Im Eimer entsteht zunächst fermentiertes Material und keine fertige, dunkle Komposterde. Die weitere Umsetzung erfolgt erst, wenn die fermentierten Küchenreste anschließend mit Erde in Kontakt kommen. Biosa beschreibt für das Essenz-System einen Ablauf aus etwa zwei Wochen Befüllen, zwei Wochen Fermentation und anschließend nochmals ungefähr zwei Wochen nach dem Eingraben in Erde, bevor gepflanzt wird.
Damit unterscheidet sich das Verfahren deutlich vom klassischen Komposthaufen. Dort übernehmen Sauerstoff, Bodenorganismen und andere Prozesse über einen längeren Zeitraum die Zersetzung des organischen Materials. Hier wird zunächst fermentiert und anschließend vererdet.
Was macht die Kleie?
Die Kleie ist kein optionales Zubehör, das lediglich Gerüche überdecken soll. Sie bringt die für das Verfahren vorgesehenen mikrobiellen Kulturen an die Küchenreste. Bei der von Biosa angebotenen Variante wird dafür Kleie mit Terra Biosa verwendet.
Die Anwendung ist unkompliziert: Küchenreste einfüllen, die vorgesehene Menge Kleie verteilen, zusammendrücken und den Deckel wieder schließen.
Dabei gilt nicht automatisch „mehr ist immer besser“. Orientiere dich bei der Menge an der jeweiligen Produkt- beziehungsweise Gebrauchsanweisung. Besonders bei sehr feuchten Küchenresten oder einer ungewöhnlichen Zusammensetzung kann es sinnvoll sein, den Verlauf etwas genauer zu beobachten.
Warum Luft hier unerwünscht ist
Fermentation und ein offener Komposthaufen funktionieren nach unterschiedlichen Prinzipien. Deshalb sollte der Behälter nicht minutenlang offen in der Küche stehen, während nach und nach weitere Reste zusammengesucht werden.
Praktischer ist es, die Küchenreste zunächst separat zu sammeln, alles gemeinsam einzufüllen, zu verdichten und den Deckel danach wieder zu schließen.
Je weniger unnötig Luft zwischen den Schichten verbleibt, desto besser sind die Bedingungen für den gewünschten Prozess. Genau deshalb gehört ein Stempel beziehungsweise eine Möglichkeit zum Verdichten bei vielen Systemen zur Grundausstattung.
Welches System passt zu deinem Haushalt?
Die entscheidende Kaufentscheidung lautet nicht unbedingt: „Welcher Eimer sieht am schönsten aus?“
Wichtiger ist zunächst:
Wie häufig kochst du – und wie viele Küchenreste fallen dabei an?
Bei Biosa gibt es aktuell klassische Einzelbehälter mit 9,6 Litern in Cremeweiß und Khakigrün sowie entsprechende Doppelsets mit 2 × 9,6 Litern. Zusätzlich werden Essenz-Doppelsets in Grau beziehungsweise Schwarz angeboten. Diese bestehen laut aktueller Produktbeschreibung aus zwei Behältern mit jeweils 15,3 Litern und Zubehör für die Anwendung.
Damit kannst du wesentlich gezielter auswählen als nur nach Farbe oder Preis.
Ein Behälter oder zwei?
Mit einem einzelnen Eimer lässt sich das Verfahren grundsätzlich kennenlernen. Wenn du jedoch regelmäßig kochst und fortlaufend Küchenreste sammeln möchtest, zeigt sich schnell der Vorteil eines Doppelsets.
Der erste Behälter ist irgendwann voll.
Dann beginnt seine Ruhephase.
Die Kartoffelschalen vom nächsten Abendessen warten allerdings nicht zwei Wochen darauf, dass der Eimer wieder frei wird.
Genau deshalb sind zwei Eimer im Wechsel für viele Haushalte die praktischere Lösung: Einer fermentiert geschlossen weiter, während der andere bereits wieder befüllt wird. Auch unabhängige Beratungsstellen empfehlen bei regelmäßiger Nutzung zwei Behälter.
Wer dagegen nur gelegentlich kleinere Mengen verarbeitet oder bereits einen zweiten geeigneten Behälter besitzt, kann mit einem Einzelmodell gut zurechtkommen.
9,6 oder 15,3 Liter?
Mehr Volumen ist nicht automatisch besser.
Ein kompakterer Behälter lässt sich leichter in einer kleineren Küche unterbringen und wird bei einem Haushalt mit wenig Küchenresten schneller voll. Das kann angenehm sein, wenn du nicht über einen langen Zeitraum immer wieder kleine Mengen nachfüllen möchtest.
Ein größerer Behälter bietet dagegen mehr Reserven. Das kann bei mehreren Personen im Haushalt oder häufigem Kochen sinnvoll sein.
Die klassischen Biosa-Modelle verfügen laut aktueller Produktbeschreibung über 9,6 Liter Volumen und ein integriertes Ablaufsystem. Das Essenz-Doppelset arbeitet mit zwei 15,3-Liter-Behältern.
Vor dem Kauf lohnt sich deshalb ein Blick auf drei Dinge:
- Wie viele Personen leben im Haushalt?
- Wie häufig wird frisch gekocht?
- Wo sollen die Behälter stehen?
Gerade der letzte Punkt wird gern vergessen. Ein Eimer, der theoretisch viel aufnehmen kann, hilft wenig, wenn er anschließend keinen vernünftigen Platz in Küche, Hauswirtschaftsraum oder Vorratsbereich findet.
Was sollte ein gutes System mitbringen?
Für die praktische Nutzung sind einige Details wichtiger als ein ausgefallenes Design.
Der Deckel sollte zuverlässig schließen. Bei Systemen mit Flüssigkeitsablauf sollte der Hahn gut erreichbar sein. Eine Trennung zwischen festen Küchenresten und der sich möglicherweise sammelnden Flüssigkeit erleichtert ebenfalls die Anwendung.
Beim Essenz-Set nennt Biosa neben den beiden Behältern auch einen Stempel, einen Auslaufhahn und eine Anleitung als Lieferumfang. Beim klassischen 9,6-Liter-Modell werden luftdichter Verschluss und integriertes Ablaufsystem beschrieben.
Für Einsteiger ist ein vollständiges System oft angenehmer, als erst nach dem Auspacken festzustellen, dass noch wichtige Komponenten fehlen.
Und die Kleie?
Die solltest du gleich mitdenken. Ist sie aufgebraucht, kann das Verfahren nicht einfach unverändert weiterlaufen. Biosa bietet sie deshalb separat zum Nachkaufen an.
| Deine Nutzung | Mögliche Wahl |
|---|---|
| Du möchtest die Methode zunächst kennenlernen | Einzelbehälter |
| Du kochst regelmäßig und möchtest ohne Unterbrechung weitermachen | Doppelset |
| Bei dir fallen größere Mengen Küchenreste an | größeres System in Betracht ziehen |
| Behälter sind bereits vorhanden | Kleie separat nachbestellen |
Die Tabelle ist als Orientierung gedacht. Entscheidend bleibt dein eigener Küchenalltag.
Küchenreste richtig vorbereiten und einfüllen
Ein aufwendiges Ritual braucht es nicht. Ein paar Gewohnheiten machen die Anwendung jedoch deutlich einfacher.
Beginnen kannst du beispielsweise mit Obst- und Gemüseresten, Schalen, Kaffeesatz und anderen geeigneten organischen Küchenresten. Auch gekochte Speisereste können bei entsprechenden Systemen verwendet werden; bei größeren Mengen tierischer, sehr fettreicher oder stark flüssiger Lebensmittel solltest du dich an die konkrete Herstelleranleitung halten. DIE UMWELTBERATUNG nennt beispielsweise neben Obst und Gemüse auch gekochte Speisereste sowie kleinere Mengen Fleisch- und Milchprodukte als grundsätzlich fermentierbar.
Für die Biosa-Anwendung ist die mitgelieferte Anleitung die maßgebliche Orientierung.
Erst schneiden, dann einfüllen
Eine halbe Paprika oder ein großes Stück Kohlstrunk einfach in den Eimer zu werfen, ist zwar bequem. Für einen gleichmäßigen Fermentationsprozess sind kleinere Stücke jedoch günstiger.
Küchenreste klein schneiden erleichtert vor allem das anschließende Zusammendrücken. Zwischen vielen großen, sperrigen Stücken entstehen zwangsläufig größere Luftzwischenräume.
Du musst daraus allerdings kein Millimeterprojekt machen. Es geht nicht darum, jede Kartoffelschale mit dem Lineal auszumessen. Handliche Stücke, die sich gut verdichten lassen, reichen.
Unabhängige Anleitungen empfehlen das Zerkleinern ebenfalls, um eine zügige und möglichst gleichmäßige Fermentation zu unterstützen.
Schicht für Schicht arbeiten
Nach dem Einfüllen einer Portion Küchenreste kommt die vorgesehene Menge Kleie dazu. Anschließend wird das Material zusammengedrückt.
Genau hier entscheidet sich viel.
Zwischen locker hineingeworfenen Gemüseschalen bleiben zahlreiche Lufttaschen. Durch das Verdichten reduzierst du diese Zwischenräume.
Das Ziel lautet daher: möglichst wenig Luft im Behälter.
Danach wird der Deckel wieder sauber verschlossen.
Wenn bei dir über den ganzen Tag verteilt kleine Mengen Küchenabfall anfallen, kannst du sie zunächst in einem separaten Gefäß sammeln und den Fermentationsbehälter nur ein- oder zweimal am Tag öffnen. So bleibt er nicht wegen jeder einzelnen Apfelschale erneut offen.
Muss alles trocken sein?
Nein. Küchenreste bringen naturgemäß Feuchtigkeit mit.
Was du vermeiden solltest, sind größere Mengen zusätzlicher Flüssigkeit, die einfach in den Behälter gegossen werden. Die Feuchtigkeit der Lebensmittel selbst ist etwas anderes.
Bei Gurken, Tomaten, Melonen oder saftigem Obst wird sich möglicherweise mehr Flüssigkeit sammeln als nach einer Füllung mit viel Kaffeesatz, Brotresten oder vergleichsweise trockenen Gemüseresten.
Das erklärt auch, warum zwei Haushalte mit demselben Eimer völlig unterschiedliche Mengen über den Ablaufhahn entnehmen können.
Was ist mit großen Knochen oder sehr harten Resten?
Hier lohnt sich Pragmatismus.
Alles, was später nur sehr langsam weiter umgesetzt werden kann oder sich überhaupt nicht vernünftig zerkleinern lässt, ist für den täglichen Einsatz weniger praktisch. Deshalb sollte man nicht versuchen, möglichst zwanghaft jeden einzelnen Küchenrest in das System zu bekommen.
Das Ziel ist nicht, die Biotonne um jeden Preis vollständig abzuschaffen.
Es geht darum, geeignete organische Küchenreste sinnvoll weiterzuverarbeiten.
Vom gefüllten Behälter zurück in die Erde
Irgendwann lässt sich nichts mehr vernünftig nachdrücken. Der Behälter ist voll.
Jetzt beginnt die eigentliche Ruhephase.
Beim Biosa Essenz-System wird nach dem Füllen eine Fermentationszeit von etwa zwei Wochen angegeben. Während dieser Zeit sollte der Behälter möglichst geschlossen bleiben. Biosa beschreibt anschließend nochmals rund zwei Wochen nach dem Eingraben in Erde, bevor gepflanzt wird.
Andere Fachanleitungen nennen je nach System etwa zwei bis drei Wochen Fermentation. Das zeigt, warum die Gebrauchsanweisung des konkret verwendeten Systems wichtiger ist als eine pauschale Internetregel.
Wo steht der volle Behälter am besten?
Ein möglichst gleichmäßiger Standort bei moderater Raumtemperatur ist sinnvoller als starke Hitze, direkte Sonne oder winterliche Kälte.
Der Behälter muss während dieser Phase nicht mitten in der Küche stehen. Hauswirtschaftsraum, Vorratsbereich oder ein anderer geeigneter Platz können ebenso funktionieren, sofern die Bedingungen passen.
Dass Fermentation vollkommen unabhängig von der Temperatur funktioniert, wäre dagegen zu pauschal. Fachanleitungen nennen Zimmertemperatur ausdrücklich als günstige Bedingung für die Reifephase.
Die Flüssigkeit am Boden
Während des Prozesses kann sich unterhalb der festen Küchenreste Flüssigkeit sammeln.
Kann – nicht muss.
Wie viel entsteht, hängt stark vom Wassergehalt der eingefüllten Lebensmittel ab. Viel wasserreiches Obst und Gemüse ergibt häufig mehr Flüssigkeit; trockene Bestandteile können dazu führen, dass kaum etwas abläuft. Dass wenig oder gar keine Flüssigkeit entsteht, ist daher für sich genommen noch kein Beweis für eine misslungene Fermentation.
Bei Systemen mit Ablaufhahn sollte die Flüssigkeit entsprechend der Anleitung regelmäßig kontrolliert beziehungsweise entnommen werden.
Für das Biosa Essenz-System wird angegeben, die entstehende Flüssigkeit zur Verwendung als Dünger im Verhältnis 1:100 mit Wasser zu verdünnen. Auch die dänische Biosa-Anleitung nennt dieses Mischungsverhältnis.
Da die Flüssigkeit sauer und je nach Ausgangsmaterial unterschiedlich zusammengesetzt sein kann, sollte die jeweilige Anwendungsempfehlung eingehalten werden. Eine stärkere Konzentration ist nicht automatisch besser.
Erst jetzt kommt die Erde ins Spiel
Nach der Fermentation hältst du noch keine fertige Blumenerde in den Händen.
Das fermentierte Material muss anschließend weiter umgesetzt werden. Dafür wird es beispielsweise in Gartenboden oder ein Hochbeet eingearbeitet beziehungsweise mit Erde vermischt. Biosa beschreibt ausdrücklich, dass Zugang zu Erde – im Garten, in Gefäßen oder Hochbeeten – für die weitere Kompostierung erforderlich ist.
Deshalb sollte vor dem Kauf eine Frage geklärt sein:
Wo möchtest du das Material später einsetzen?
Wer einen Garten besitzt, hat es einfach. Auch ein Hochbeet bietet sich an. Größere Pflanzgefäße können je nach Anwendung ebenfalls eine Möglichkeit darstellen.
Wenn du mitten in der Stadt wohnst und weder Garten noch ausreichend Erde zur Verfügung hast, solltest du diesen Schritt vorher mitdenken. Vielleicht gibt es einen Gemeinschaftsgarten, ein Hochbeet im Hof oder jemanden im Freundes- und Familienkreis, der das fermentierte Material gern übernimmt.
Das Verfahren braucht wenig Platz in der Küche. Ganz ohne anschließende Verwendungsmöglichkeit für das Material ergibt es jedoch nur eingeschränkt Sinn.
Wann darf wieder gepflanzt werden?
Frisch fermentierte Küchenreste sind sauer. Sie sollten deshalb nicht direkt mit empfindlichen Pflanzenwurzeln in Kontakt gebracht werden.
Beim Biosa-Ablauf wird nach dem Einarbeiten in Erde eine Wartezeit von rund zwei Wochen genannt, bevor gepflanzt wird.
So ergibt sich auch die häufig genannte Sechs-Wochen-Abfolge:
ungefähr zwei Wochen füllen, etwa zwei Wochen geschlossen fermentieren und anschließend nochmals etwa zwei Wochen im Boden warten.
In der Praxis hängt die Dauer des Befüllens natürlich davon ab, wie viele Küchenreste in deinem Haushalt tatsächlich anfallen. Ein Single-Haushalt wird einen Behälter möglicherweise langsamer füllen als eine Familie, die täglich frisch kocht.
Wenn die Fermentation anders aussieht als erwartet
Beim ersten Durchgang schaut man vermutlich etwas häufiger unter den Deckel, als eigentlich nötig wäre.
Hat es funktioniert? Muss das so aussehen? Warum ist da weißer Belag? Und warum kommt bei anderen offenbar ständig Flüssigkeit aus dem Hahn, bei mir aber fast nichts?
Viele dieser Fragen lassen sich ohne großen Aufwand einordnen.
Der Geruch ist anders als erwartet
Bei einem korrekt verlaufenden Prozess sollte nicht der typische Geruch faulender Küchenabfälle dominieren.
Ein leicht säuerlicher Geruch kann dagegen zur Fermentation gehören. Fachinformationen vergleichen ihn teilweise mit eingelegtem beziehungsweise milchsauer vergorenem Gemüse.
Deutlich fauliger, unangenehmer Geruch ist etwas anderes.
Dann lohnt sich ein Blick auf die Anwendung:
Wurde der Inhalt ausreichend verdichtet? Schließt der Deckel? Stand über längere Zeit viel Flüssigkeit im unteren Bereich? Wurde genügend Ferment beziehungsweise Kleie verwendet?
Nicht jedes Geruchsproblem hat dieselbe Ursache. Genau deshalb ist es sinnvoller, die Bedingungen zu prüfen, als einfach wahllos noch mehr Kleie darüberzustreuen.
Weiß auf der Oberfläche – ist das Schimmel?
Ein weißlicher Belag muss nicht bedeuten, dass der gesamte Inhalt entsorgt werden muss.
Bei Fermentationssystemen können sich helle Hefebeläge bilden. EM-Chiemgau beschreibt einen solchen weißen Belag als typisches mögliches Merkmal einer gelungenen Fermentation. Anders beurteilt werden dort grüner, grauer oder schwarzer Schimmel.
Im Zweifel solltest du nicht nur auf die Farbe schauen.
Geruch, Konsistenz, Dichtigkeit des Behälters und die gesamte Entwicklung gehören zusammen. Bei eindeutig ungewöhnlichem Schimmelbefall oder stark fauligem Geruch empfiehlt es sich, die jeweilige Herstelleranleitung heranzuziehen und problematisches Material nicht unkritisch an Pflanzen auszubringen.
Es kommt kein Saft aus dem Hahn
Das kann völlig unspektakulär sein.
Wenn hauptsächlich Kaffeesatz, trockenere Speisereste und vergleichsweise wasserarmes Material eingefüllt wurden, steht schlicht weniger freie Flüssigkeit zur Verfügung.
Bei viel Gurke, Tomate, Obst oder anderen wasserreichen Lebensmitteln kann es ganz anders aussehen.
Die Flüssigkeitsmenge ist deshalb kein zuverlässiger „Erfolgsmesser“. Fachinformationen bestätigen ausdrücklich, dass kein oder wenig Saft allein keinen Mangel darstellen muss.
Der Behälter wird nur sehr langsam voll
Auch das ist kein Problem.
Die Fermentationsprozesse beginnen bereits während des Befüllens. Ein kleiner Haushalt muss nicht anfangen, zusätzliche Lebensmittelabfälle zu produzieren, nur um irgendeinen theoretischen Zwei-Wochen-Zeitplan einzuhalten.
Wichtiger ist eine saubere Arbeitsweise: geeignete Reste einfüllen, Kleie entsprechend der Anleitung verwenden, gut verdichten und den Behälter wieder schließen.
Was nach dem Leeren wichtig ist
Bevor die nächste Runde beginnt, sollte der Behälter sauber und funktionsfähig sein.
Besonders Ablauf, Dichtungen und Deckel verdienen Aufmerksamkeit. Rückstände am Rand können verhindern, dass der Deckel sauber schließt. Auch der Hahn sollte nicht durch feste Partikel blockiert sein.
Eine kurze Kontrolle dauert kaum länger als ein paar Minuten und erspart möglicherweise Ärger beim nächsten Fermentationsdurchgang.
Fazit – Küchenreste sinnvoll im eigenen Haushalt weiterverwenden
Wer regelmäßig kocht und Zugang zu Gartenboden, einem Hochbeet oder einer anderen geeigneten Möglichkeit zur späteren Vererdung hat, kann mit diesem Fermentationsverfahren einen Teil seiner Küchenreste direkt im eigenen Haushalt weiterverarbeiten.
Entscheidend ist weniger, möglichst viel Abfall in einen Behälter zu bekommen. Es geht um einen funktionierenden Ablauf: Reste passend vorbereiten, Kleie verwenden, gut verdichten, den Behälter geschlossen reifen lassen und das Ergebnis anschließend richtig in Erde weiterverarbeiten.
Für gelegentliche Nutzung kann ein Einzelbehälter genügen. Wer laufend Küchenreste fermentieren möchte, ist mit einem Doppelset häufig flexibler. Bei Biosa Vitalkonzepte stehen dafür aktuell kompakte 9,6-Liter-Systeme sowie größere Essenz-Doppelsets und die passende Kleie zur Auswahl.
Häufige Fragen zum Bokashi Eimer
Fragen unserer Kunden zu der Fermentation und dem Bokashi Eimer:
Ein Bokashi Eimer ist ein weitgehend luftdicht schließender Behälter, in dem geeignete Küchenreste mithilfe mikrobieller Kulturen fermentiert werden. Bei vielen Systemen befindet sich im unteren Bereich eine Möglichkeit, die während des Prozesses entstehende Flüssigkeit abzuleiten. Im Unterschied zum klassischen Kompost entsteht im Eimer zunächst fermentiertes Material, das anschließend mit Erde weiter umgesetzt wird.
Beim Biosa Essenz-System wird der volle Behälter etwa zwei Wochen geschlossen fermentiert. Anschließend wird das Material in Erde eingebracht; danach wird vor dem Pflanzen nochmals ungefähr zwei Wochen gewartet. Wie lange das vorherige Befüllen dauert, hängt davon ab, wie viele Küchenreste in deinem Haushalt anfallen.
Gut geeignet sind beispielsweise viele Obst- und Gemüsereste, Schalen, Kaffeesatz und weitere organische Küchenreste. Auch gekochte Speisereste können bei entsprechenden Systemen eingesetzt werden. Bei größeren Mengen tierischer, besonders fetthaltiger oder flüssiger Reste solltest du dich an die Gebrauchsanweisung des konkreten Systems halten.
Kleinere Stücke lassen sich leichter zusammendrücken. Dadurch bleiben weniger große Luftzwischenräume zwischen den Küchenresten zurück. Außerdem können die mikrobiellen Kulturen gleichmäßiger mit dem Material in Kontakt kommen. Es genügt, größere Reste in handliche Stücke zu schneiden – eine exakt vorgegebene Größe ist im Alltag meist nicht notwendig.
Ja, das Verdichten gehört zu den wichtigen Arbeitsschritten. Der Fermentationsprozess soll unter möglichst geringem Luftzutritt ablaufen. Nach dem Einfüllen werden die Küchenreste deshalb zusammengedrückt und der Deckel wieder zuverlässig geschlossen.
Ein einzelner Behälter reicht zum Einstieg grundsätzlich aus. Bei regelmäßiger Nutzung sind zwei Eimer jedoch komfortabler. Sobald der erste voll ist, kann er geschlossen fermentieren, während du den zweiten bereits wieder mit frischen Küchenresten befüllst. Genau deshalb werden Zwei-Eimer-Systeme auch von unabhängigen Beratungsstellen für die dauerhafte Nutzung empfohlen.
Weil sie im Behälter zunächst fermentiert und nicht vollständig zu Erde zersetzt werden. Eine Möhrenschale kann daher nach der Reifephase noch deutlich als Möhrenschale erkennbar sein. Die weitere Umsetzung beginnt nach dem Kontakt mit Erde. Deshalb ist das Material aus dem Eimer nicht mit fertiger Komposterde gleichzusetzen.
Ein heller bis weißlicher Hefebelag kann bei einer gelungenen Fermentation auftreten und muss nicht automatisch problematisch sein. Grüner, grauer oder schwarzer Schimmel sollte dagegen anders beurteilt werden. Achte zusätzlich auf den Geruch und darauf, ob der Behälter während der Fermentation zuverlässig geschlossen war.
Beim Biosa Essenz-System wird angegeben, die Flüssigkeit zur Anwendung als Dünger im Verhältnis 1:100 mit Wasser zu verdünnen. Verwende sie nicht unverdünnt und beachte die jeweilige Produktanleitung. Je nach eingefüllten Küchenresten kann außerdem sehr unterschiedlich viel Flüssigkeit entstehen.
Grundsätzlich benötigt das fermentierte Material nach der Reifephase Zugang zu Erde, damit die weitere Umsetzung stattfinden kann. Das kann neben einem Garten beispielsweise auch ein geeignetes Hochbeet oder ein größeres Gefäß mit Erde sein. Wenn dir dauerhaft keine Möglichkeit zur Vererdung zur Verfügung steht, solltest du vor dem Kauf überlegen, wo du das fertige Material später verwenden oder abgeben kannst.
